250 Jahre Beethoven

"Wie ein Verbannter muss ich leben.."

2020 ist Beethovenjahr: weltweit wird sein 250. Geburtstag gefeiert. Im Beethovenjahr 2020 ist es für uns eine große Freude, einen Open Access für Fragen und Antworten zu Beethovens Taubheit zu sponsorn. Die Taubheit, die kaum sein musikalisches Genie, aber umsomehr sein Menschsein, sein soziales Leben und seine Teilhabe erheblich beeinflußt hat. Unser CEO ist auch Universitätsprofessor für Medizin und als solcher auch Beethovenspezialist. Haben Sie hier deshalb Zugang zum Menschen Beethoven aus Erster Hand.

Beethovens Taubheit

Beethovenjahr 2020
Beethovenjahr 2020 (Bildquelle: Plakat VW-Stiftung für HP Zenner

"So bald ich tot bin, . . . , so bittet ihn [seinen Arzt Professor J. Adam Schmidt] in meinem Namen, daß er meine Krankheit beschreibe, . . . damit wenigstens soviel als möglich die Welt nach meinem Tode mit mir versöhnt werde . . .“ Dies schrieb Ludwig van Beethoven 1802, gerade 32 Jahre alt, in sein Heiligenstädter Testament.

Beethoven war bereits als 28-Jähriger schwerhörig. Die letzten Jahre seines Lebens war er taub – ein Dornenweg für den hochbegabten Musiker. Hört man die 1798 zu Beginn seiner Schwerhörigkeit komponierte, schwer klingende Klaviersonate D-Dur (op. 10) „largo e mesto“, so glaubt man, etwas von der Ahnung dieses schweren Weges in der Musik wiederzufinden. 1801, im Alter von 31 Jahren, schildert Beethoven seine Symptome: Schwerhörigkeit mit Hochtonverlust und Sprachverständlichkeitsverlust, quälende Ohrgeräusche [Tinnitus], Verzerrungen [Recruitment] und Überempfindlichkeit für Schall [Hyperakusis]. In einem Brief an seinen Freund Dr. Franz Gerhard Wegeler (1765 bis 1848) vom 29. Juni beschreibt Beethoven die dissonante Kognition von Menschen und eigener Musik: „Der neidische Dämon hat meiner Gesundheit einen schlimmen Streich gespielt, nämlich mein Gehör ist seit drei Jahren immer schwächer geworden [Schwerhörigkeit]. . . . nur meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort [Tinnitus]. . . . Ich bringe mein Leben elend zu. Seit zwei Jahren meide ich alle Gesellschaften, weils mir nicht möglich ist, den Leuten zu sagen, ich bin taub. Hätte ich irgend ein anderes Fach so gings noch eher, aber in meinem Fach ist es ein schrecklicher Zustand. . . . Die hohen Töne von Instrumenten und Singstimmen höre ich nicht [Hochtonverlust], wenn ich etwas weit weg bin, auch die Bläser im Orchester nicht. Manchmal auch hör ich den Redner, der leise spricht, wohl, aber die Worte nicht [Sprachverständlichkeitsverlust], und doch, sobald jemand schreit, ist es mir unausstehlich [Hyperakusis].“

Nachfolgend Veröffentlichungen zur Taubheit und ihren Ursachen von und mit H.P.Zenner


"Wie ein Verbannter muß ich leben". Historisch-kritische Klinische Bewertung im Ärzteblatt.

Dokumente des Beethovenarchivs Bonn zu Beethovens Schwerhörigkeit. Kurzvideo auf You Tube.

"Die Akte Beethoven". Fernsehfilm der Sender Arte/WDR

Wurde Beethoven von den eigenen Ärzten vergiftet? NTV/WELT

Heutige Medizinprodukte hätten Beethoven geholfen!

Aktives Mittelohrimplantat
Aktives Mittelohrimplantat

Das Beethovenjahr ist auch ein Grund, auf die großartigen Erfolge von Medizinprodukten hinzuweisen! Denn: moderne Medizinprodukte hätten Beethoven zwar nicht heilen – sie hätten ihm jedoch helfen können. Vermutlich hätte er seine Musik noch viele Jahre lang mit modernen Hörgeräten hören können. Später hätte man ihm möglicherweise ein modernes Hörimplantat (s. Abb.) operativ ins Mittelohr einpflanzen können. Durch Mikrovibrationen reizt es die inneren Hörsinneszellen, wenn die äußeren zerstört sind.

Nach dem Untergang der inneren Haarzellen hätte man Beethoven ein Cochlear-Implantat in die Hörschnecke einsetzen können. Ein Cochlear-Implantat wirkt, wenn das gesamte Innenohr einschließlich der inneren Hörsinneszellen nicht mehr funktioniert, aber der Hörnerv noch intakt ist.

Selbst wenn – wie bei Beethoven der Fall – schließlich die Hörnerven ebenfalls betroffen sind, gibt es heute Hilfe, nämlich in Form eines Hirnstammimplantats. Das Implantat reizt das Gehirn direkt. Der Hörnerv wird nicht gebraucht. Allerdings funktionieren Cochlear-Implantat und Hirnstamm-Implantat nicht so perfekt wie das normale Hörvermögen. Sie ermöglichen jedoch in vielen Fällen eine sprachliche Kommunikation.

Einschränkend muss man sagen, dass diese Implantate ausdrücklich nicht dafür konzipiert sind, Musik besonders gut zu hören. Vielmehr besitzen diese Implantate einen hoch spezialisierten Computer, der vor allem Sprache verarbeitet und diese in ganz bestimmte elektrische Signale zerlegt. Diese werden vom Hörnerven oder dem Gehirn aufgenommen und an das Sprachzentrum weitergegeben. Beethovens Musik klingt daher mit einem Cochlear- oder Hirnstamm-Implantat nicht unbedingt elegant, aber er hätte sie vermutlich hören können.

Nachfolgend Veröffentlichungen zur Wirksamkeit von Medizinprodukten von und mit H.P.Zenner

"Wie ein Verbannter muß ich leben". Historisch-kritische Klinische Bewertung im Ärzteblatt.

"Beethoven hätte Hörgeräte nutzen können". Interview mit dem ZDF.

Beethoven hätte heute Hörimplantate erhalten. NTV/WELT

Termine

8.1.20 Mannheim
14 Uhr "Warum wurde Beethoven taub?" Podiumsdiskussion Musikhochschule Mannheim

Über HPZenner Clinical

H P Zenner Clinical ist eine fachärztliche, klinische Forschungsorganisation (sog. CRO), die nach den Vorgaben des nationalen oder europäischen Gesetzgebers Wirksamkeitsnachweise von Arzneimitteln und Medizinprodukten bewertet und/oder erbringt.

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